OMT-SUMMIT 2026 Düsseldorf – Recap


OMT Summit 2026: Ein Rückblick

Der OMT Summit am 05. und 06. März 2026 im Maritim Airport Hotel in Düsseldorf hat erneut verdeutlicht, wie rasant sich unsere Branche entwickelt. Trotz der hohen Teilnehmerzahl von 2.500 Personen (ausverkauft!) bot die Veranstaltung einen passenden Rahmen für fachlichen Austausch und Networking. In meiner Funktion als Mitglied im Expertenrat konnte ich viele Gespräche zu den Themen SEO, Google Ads und UX führen.

Ein Dankeschön geht an Mario Jung und das gesamte OMT-Team für die reibungslose Organisation dieser Veranstaltung.

Kleine Auswahl der Keynotes und Vorträge mit Notizen

Keynote: KI und die neue Macht der Marktplätze

Malte Karstan lieferte eine Analyse zur Verschiebung der Sichtbarkeit im E-Commerce. Die Kernbotschaft: Nicht mehr nur der Händler, sondern der KI-Algorithmus entscheidet, welche Produkte für Kunden relevant sind.

  • Sichtbarkeit: KI steuert Produktempfehlungen und beeinflusst damit direkt Margen und Nachfrage.
  • Nutzerverhalten: Über 50 Prozent der europäischen Nutzer verwenden KI bereits für die Produktsuche. Der durch KI generierte Referral-Traffic stieg massiv an
  • Marktplatzdominanz: Marktplätze halten in Europa einen Marktanteil von 83 Prozent. Amazon bleibt die vertrauenswürdigste Marke, wobei 80 Prozent der Suchanfragen markenunabhängig sind.
  • Technik als Faktor: Eine saubere Systemarchitektur und API-Schnittstellen sind Voraussetzungen für die Sichtbarkeit. Produkte müssen für KI-Systeme lesbar sein.

Masterclass: Technische SEO: Rendering und die Sichtbarkeit für KI

Stefan Kiecker widmete sich den technischen Hürden, die durch moderne Webtechnologien entstehen. Ein zentrales Problem: Wer glaubt, dass Google und KI-Modelle wie ChatGPT Webseiten auf die gleiche Weise lesen, täuscht sich. Während Google JavaScript mit zeitlicher Verzögerung rendert, erfassen LLMs oft nur das statische HTML. Kritische Inhalte, die asynchron nachgeladen werden, bleiben für diese Systeme unsichtbar.

Zudem spielt der Energiebedarf eine Rolle. Eine ChatGPT-Anfrage benötigt zwischen 3 und 15 Wattstunden, während eine klassische Google-Suche lediglich 0,3 Wattstunden verbraucht. Dieser hohe Aufwand führt dazu, dass KI-Modelle das Rendering minimieren und statische Inhalte bevorzugen.

Masterclass: Wandel der Suche: Von Keywords zu Entitäten

René Dhemant analysierte das veränderte Suchverhalten. Während Gartner einen Rückgang des traditionellen Suchvolumens um 25 Prozent prognostiziert, bleiben transaktionale Anfragen stabil. Nutzer bevorzugen für schnelle Antworten oft LLM-Chatbots, kehren für die Verifikation und den Kaufabschluss jedoch zu Google zurück.

  • Entity SEO: Die eindeutige Benennung von Personen, Marken und Produkten (Entitäten) ist entscheidend für das Verständnis der KI.
  • Textstruktur: Fachbegriffe sollten früh im Satz platziert werden (Frontloading). Auf Metaphern sollte verzichtet werden, um die maschinelle Verarbeitung nicht zu stören.

Masterclass: Google Ads: SEA in der Ära der AI Overviews

Anna Ostermaier beleuchtete die massiven Veränderungen bei Google Ads. Seit der Einführung der AI Overviews im März 2025 stiegen die gemeinsamen Ausspielungen von KI-Übersichten und Anzeigen um 394 Prozent. Dies hat jedoch Auswirkungen auf die Performance: Die durchschnittliche Klickrate sank im Vergleich zu 2024 um 68 Prozent.

  • Sichtbarkeit: Wenn eine Marke namentlich in den AI Overviews genannt wird und gleichzeitig eine Anzeige erscheint, liegt die Klickrate um 91 Prozent höher.
  • Landingpage-Qualität: SEA-Seiten müssen heute SEO-Standards erfüllen. Strukturierte Daten sind notwendig, damit die KI den Kontext versteht und Anzeigen korrekt zuordnet.

Masterclass: Effizienz im Performance Marketing

Ivana Nikic und Thomas Besmer (Besmo) zeigten auf, dass Meta massiv in KI investiert – über 115 Milliarden Euro im Jahr 2024. Im Performance Marketing verschiebt sich der Fokus vom technischen Setup hin zum kreativen Inhalt.

Ein zentraler Aspekt war die Erkenntnis, dass der ROAS als alleinige Kennzahl oft in die Irre führt. Stattdessen gewinnt die Marketing Efficiency Ratio (MER) an Bedeutung. Diese setzt den gesamten Online-Umsatz ins Verhältnis zu den totalen Marketingkosten.

Masterclass: Algorithm-Hacks für kleine Budgets

Bruno Löw mit Cross-Channel Marketing für KMUs: Von der Strategie zur Umsetzung
Große Budgetstrategien funktionieren nicht für kleine und mittlere Unternehmen.
Das ist die zentrale Erkenntnis aus einer umfassenden Analyse von über 100 Cross-Channel-Setups.
Die häufigsten Probleme: zu kleine Budgets, Überkomplexität in der Kampagnenstruktur und fehlende
strategische Integration über mehrere Kanäle hinweg.

Die Push-Pull-Strategie als Lösung

Statt isolierter Einzelkampagnen empfiehlt sich ein einfaches Cross-Channel-Setup basierend
auf der Push-Pull-Logik: Push erzeugt Nachfrage, Pull nutzt vorhandenen Intent. Mindestens sieben
Kontakte sind notwendig, um Kundenvertrauen aufzubauen – Einzelkontakte funktionieren nicht.

Der Marketing Funnel in der Praxis

Die optimale Budgetaufteilung folgt dem klassischen Funnel-Modell:

  • Top Funnel (60%): Awareness und Engagement
  • Mid Funnel (25%): Vertrauensaufbau
  • Bottom Funnel (15%): Conversion

Creatives schlagen Targeting

Mit den neuesten Meta-Algorithmus-Updates ist Broad Targeting die Zukunft.
Hochwertige, langformatige Video-Ads outperformen Short-Form-Inhalte deutlich.
Die Struktur Hook-Body-Call-to-Action ist entscheidend.

Das Ergebnis

Unternehmen, die eine durchdachte Cross-Channel-Strategie implementieren, erzielen im Schnitt
35% mehr Conversions und deutlich bessere Kosteneffizienz.

Main Stage: LinkedIn – Vertrauen und Thought Leadership

Britta Behrens lieferte Einblicke in die Entwicklung von LinkedIn. Mit über 30 Millionen Nutzern im DACH-Raum ist die Plattform die am schnellsten wachsende Business-Umgebung der Region. Das neue Algorithmus-Modell „360 Brew“ steuert die Reichweite präziser und bevorzugt echte menschliche Interaktion gegenüber automatisierten Kommentaren.

Masterclass: Kreativität als menschlicher Faktor

Wolfgang Jung definierte Kreativität als ein Werkzeug zur Problemlösung, das jeder Mensch entwickeln kann. In einer Welt automatisierter Inhalte wird individuelles Denken zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sein Modell umfasst vier Schritte: Glaube, Freiräume, Transformation und Sammeln.

Fazit

Geht mehr auf Konferenzen! Trotz der Größe von 2.500 Teilnehmenden hat es das Team geschafft, eine wohlige Atmosphäre zu bewahren. Der fachliche Input der Vorträge ist essenziell, doch der direkte Austausch zwischen den Sessions und am Abend bleibt für mich das Kernstück jeder Veranstaltung. Die Gespräche in Düsseldorf gaben Impulse, die kein digitales Format ersetzen kann.

Videorückblick OMT Summit 2026

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Mehr Informationen


Save the Date: Der nächste OMT Summit findet am 11. und 12. März 2027 in Düsseldorf statt.

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https://www.omt.de/summit/